Normal oder unnormal…

Normal oder unnormal…

… sind Kategorien, die in Bezug auf Sexualität genauso wenig weiterhelfen, wie auch sonst im Leben.
Eine allgemeingültige Norm für Sexualität und die Ausgestaltung des Intimbereiches gibt es nicht. Was wir als normal betrachten, ist oft das, was wir von unseren Eltern, Freunden und unserer Umgebung lernen. Oder wir entwickeln unsere Normalität im Kontrast oder der Abgrenzung dazu selbst. Oft sind es irgendwann Gewohnheiten, die in einem essentiell dynamischen und explosiven Feld ein wenig für Ordnung und Kontrolle sorgen.
Was uns erregt, uns anmacht, ist dabei höchst verschieden – und wieso auch nicht? Sowie die einen lieber Austern schlürfen und die anderen einen Zucchiniauflauf essen, sind auch in der Sexualität die Geschmäcker verschieden. Was sich so banal und wie ein Allgemeinplatz anhört, ist jedoch in einer intimen Beziehung manchmal nicht so einfach zu leben, gerade wenn die Geschmäcker der Partner verschieden sind.
Zum Problem kann auch werden, wenn der Partner oder die Partnerin uns lieber anders hätte – oder genauso, wenn wir selbst uns lieber anders hätten. Manchmal scheinen auch die gesellschaftlichen oder institutionellen Vorstellungen nicht kompatibel mit unserer Vorstellung von Sexualität. Es kann dabei zu Veränderungswünschen oder -forderungen kommen, auf die wir eine individuelle und passende Antwort finden möchten.
Mitunter kommt es auch vor, dass wir uns und unsere Sexualität von vornherein einschränken, sozusagen proaktiv kneifen, weil wir Angst vor negativem Feedback oder Erfahrungen haben, sollten wir etwas Neues ausprobieren.
Dabei ist Sexualiät und besonders der Orgasmus per se ein expansiver Vorgang und ein beglückendes Erlebnis, in dem wir uns intensiv erleben und spüren – allein und im Kontakt mit dem Anderen.
Diesen Kontakt dynamisch und achtsam zu gestalten ist immer wieder genauso eine Herausforderung wie auch eine Freiheit.

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